Hopfenstopfen mit der BrauKon HopGun

Definierte Steigerung der Hopfennoten im fertigen Bier

Kennen Sie die Geschichte vom Damenstrumpf? Kreative Brauer haben zum Zwecke der Kalthopfung einen solchen mit Hopfen gefüllt und in das heranreifende Bier gehängt. Das ist vielleicht eine gute Anekdote, aber keine Technik, mit der Profis heutzutage Bier veredeln sollten. Die BrauKon hat deshalb eine Anlage konstruiert, mit der man das Hopfenstopfen auf eine professionelle und zugleich unkomplizierte Art lösen kann: Die HopGun.

Die HopGun ist genau das, was man von einem Gerät erwartet, welches sich kreative Brauer zu ihrer Unterstützung wünschen. Denn es kommt auf den Braumeister an, wann die Kalthopfendosage gesetzt wird; denn mit der HopGun ist sie zu jedem beliebigen Zeitpunkt möglich. Wenn so feine Biere gebraut werden, geht es um Nuancen. Der Braumeister agiert hier wie ein Sternekoch: Er kostet – und folgt beim „Nachwürzen“ seiner Intuition. Die HopGun macht Freude. Auch wegen ihres hohen Hopfentrub-Rückhaltevermögen. Das bedeutet, dass unter anderem überwiegend Aromen gelöst werden. Sie kommen in das Bier und nicht der Hopfentrub.

Optimale Überführung ätherischer Hopfenöle

Apropos Würzen: Die Aromaausbeute lässt sich auch durch die Wahl der Umpumpzeit steuern. Die HopGun ist also ein Instrument, das dem Brauer aufs Wort folgt. Und was sagen die Kunden dazu?

Sie sind begeistert. Wir lassen beispielhaft Tröegs zu Wort kommen. Sie sprechen vom „Scratch“ 100. Der „Jubel-Scratch“ ist ein Pale Ale und erinnert an das erste Bier, das die Brauerei Tröegs jemals hergestellt hat. Mit Scratch 100 verweist man auf die Wurzeln. Aber das Nachbrauen eines alten Rezeptes wäre den kreativen Leuten zu wenig gewesen, also hat man ein „Single Hop“ Bier, aus der „experimentellen“ Sorte El Dorado eingebraut. „Die HopGun ist ein Gerät, das uns das Extrahieren wertvoller Öle direkt aus den Pellets erlaubt und zwar exakt in der Menge, wie wir sie brauchen.“ [Braumeister] John Trogner ist von den Ergebnissen, die wir beim Kalthopfen erzielt haben, ziemlich begeistert. Für ihn ist die HopGun „Der effizienteste Weg, um Hopfenöle in unsere Biere zu bringen.“ Das Ergebnis ist ein feinfruchtiges Pale Ale – wir haben einen hopfigen Pfirsich mit einem Schwung Citrus im Glas.

Das Einzige, womit man bei Tröegs nicht ganz zufrieden war, ist der etwas martialische Produktname des BrauKon- Hopfenstopf-Gerätes. „Wir haben es umgetauft, auf ‚hop-cyclone‘“. Die Ergebnisse des Einsatzes jedoch haben einen wahren Begeisterungs- Zyklon erzeugt: Trogner: „Wir haben auch ein IPA gebraut, es mit der doppelten Hopfenmenge versehen. Eine andere Geschichte. Aber die Aromen und die Flavours sind herrlich – einfach nicht von dieser Welt! Ganz anders, als ohne Hopfenstopfen, als ohne HopGun. Wahrhaft himmlisch …“

Hopfendolde

Kalthopfen und das deutsche Reinheitsgebot

Das deutsche Reinheitsgebot ist heute weit komplexer, als anno 1516. Damals war dem Sinn nach geboten: Dass nichts „in das Bier hinein darf“, als Gerstenmalz, Wasser und Hopfen. Von der Hefe war nicht die Rede, da der hilfreiche einzellige Pilz damals noch nicht entdeckt war. Die Technik des „Hopfenstopfens“ stand ebenfalls noch lange nicht zur Diskussion. Im Laufe der Jahre wurde das Reinheitsgebot vielfach aktualisiert. So fand unter anderem auch das Hopfenstopfen Einzug in das Gesetzeswerk – indem es untersagt wurde. Erst Anfang des Jahres 2012 wurde diese Technik erlaubt.

Was ist das, „Hopfenstopfen“?

Hopfenstopfen – auch „Kalthopfen“ genannt – ist eine Technik, mittels derer vor allem die öligen Komponenten aus dem Lupulin (in den weiblichen Dolden der Hopfenpflanze zu finden) ins Bier gebracht wer den sollen. Lupulin enthält mehr als 2000 verschiedene Inhaltsstoffe, darunter die Alphasäure (Bittere im Bier) und sogenannte „Hopfenöle“ (fruchtiger Duft). Das Hopfenstopfen erfolgt ganz am Ende des Brauprozesses, eigentlich nach dessen Ende – das Bier ist bereits fertig, nur noch nicht ausgereift.

Hopfen-Trends

Die längste Zeit wurden Hopfensorten in zwei Klassen unterschieden: Bitter- und Aromahopfen. Inzwischen zeigt sich ein Trend bei besonders feinem Pils; man würzt es ausschließlich mit Aromahopfen. Aromasorten enthalten natürlich ebenfalls Alphasäure, nur eben weniger, dafür ist ihr Aromaprofil insgesamt viel feiner. Also wird auch die Bittere via Aromahopfen in solche Biere gebracht.

Schon seit Jahren wird in Europa mit amerikanischen Hopfensorten experimentiert und gearbeitet. Speziell die „Fruchtbomben“, also Sorten, wie Amarillo, Simcoe, oder der Star unter den US-Hopfen, Cascade, hat es den Braumeister/innen angetan. Solche Sorten, aber auch Hallertauer Neuzüchtungen, wie der seit Kurzem zugelassene „Mandarina Bavaria“ bilden seit kurzem eine dritte Hopfenklasse: Die „Flavour-Sorten“.