Energieeinsparung auf höchstem Niveau

Mit dem Einsatz von Primärenergie – Brauerei Rittmayer

Wenn BrauKon Anlagen geplant werden, so steht die Güte der Produkte, die damit erzeugt werden soll, ganz oben auf der Pflichtenliste. Um jeden Preis? Natürlich werden weitere Aspekte, wie zum Beispiel jener der Energiebilanz, berücksichtigt. BrauKon baut zurzeit eine neue Brauerei für die Familie Rittmayer im fränkischen Hallerndorf.

Die Anlage ist für einen Maximalausstoß von ca. 45.000 Hektoliter Bier konstruiert. Der derzeitige Ausstoß der Brauerei beträgt rund 20.000 Hektoliter. Sowohl das Abfüllzentrum als auch die derzeit noch an einem anderen Standort in Betrieb befindliche Brauerei werden über ölbefeuerte Dampferzeuger mit Prozesswärme versorgt.

Abfederung der Spitzen

Im Rahmen des Brauereineubaues wird ein innovatives Wärmemanagement-System installiert. Damit kann der Bedarf an Primärenergie für Heizzwecke gegenüber dem derzeitigen Bedarf deutlich reduziert werden. Die maximal erforderliche Heizleistung für die Brauerei liegt bei etwa 250 Kilowatt mit kurzzeitigen Spitzen.

Für den Betrieb der Brauerei Rittmayer ist die Chargenproduktion charakteristisch. Das bedeutet ausgeprägte Spitzen in der Energieversorgung. Deshalb wird ein Heißwasser-Pufferspeicher mit einer Kapazität von rund 35 Kubikmetern installiert, was eine „Abfederung“ der Spitzen ermöglicht. Rittmayer betreibt am selben Standort auch ein Abfüllzentrum, das bereits seit mehreren Jahren in Betrieb ist. Das Zentrum wird gut 4.500 Stunden pro Jahr genutzt und die für den Betrieb erforderliche Heizleistung beträgt etwa 250 Kilowatt im Durchschnitt. Das bedeutet, dass für die Heizung im Abfüllzentrum jedes Jahr zwischen 160.000 und 170.000 Liter Heizöl verbrannt werden müssen.

Man rechnet auch weiterhin mit einer hohen Anzahl an Vollbelastungsstunden. Folglich hat man sich für die Installation eines mit Wald-Hackschnitzel betriebenen Heizkessels in der Brauerei entschieden. Die Grundlast zur Wärmeversorgung des Abfüllzentrums wird in Zukunft ebenfalls diese Heizanlage übernehmen. Der vorhandene, ölbefeuerte Dampferzeuger wird nur zur Spitzenlastabdeckung im Bereich des Abfüllzentrums beansprucht. Jedes Jahr 130.000 -140.000 Liter Heizöl weniger!

Die Wärmeversorgung der Brauerei erfolgt ausschließlich über den Holzkessel, der neu errichtet wird. Setzt man einen Gesamt-Bier- Ausstoß von 20.000 Hektolitern an, so kann man (aufgrund des wesentlich effizienteren Konzeptes) einen Wärmebedarf von rund 400 Megawattstunden pro Jahr annehmen. Folglich kann die Brauerei, im Vergleich zur gegenwärtigen Lösung, etwa 40.000 Liter Heizöl einsparen.

90 % regenerative Energie

Auch die Beheizung der Flaschenreinigungsmaschine des Abfüllzentrums (mit einem Anschlusswert von 350 Kilowatt) soll in Zukunft über den Holzkessel erfolgen. Geht man von einer Volllastbenutzungsdauer von rund 4.000 Stunden pro Jahr aus, kann man eine Leistung von zirka 1.000 Megawattstunden Wärme jährlich ansetzen.

Der Kesselwirkungsgrad des vorhandenen Dampferzeugers wird wohl 88% betragen. So kommt man zu folgendem Resultat: Rund 110.000 Liter Heizöl können eingespart werden. Man rechnet damit, dass der Bedarf an Prozesswärme zu fast 90 % über die regenerative Energie Holz- Hackschnitzel gedeckt werden kann.

Leider sind 100 Prozent wohl nicht möglich, denn die Gleichzeitigkeit des Bedarfes in der Brauerei und in der Abfüllung kann nicht völlig vermieden werden. Dennoch steht eine beeindruckende Summe am Schluss unserer Rechnung: Ein kräftiges Heizöl-Minus von 130.000 bis 140.000 Litern pro Jahr.